Informieren statt ignorieren: Richtig mit dem Verdacht der Scheinselbstständigkeit umgehen

Viele Selbstständige sind überfordert, wenn es um das Thema Scheinselbstständigkeit geht. Das liegt vor allem daran, dass die Kriterien für eine Scheinselbstständigkeit ungenau definiert sind und die Gewichtung immer einzelfallabhängig ist. Dennoch gibt es ein paar grundlegende Punkte, die Sie beachten sollen, um den Verdacht der Scheinselbstständigkeit zu umgehen.

Grundlegende Tipps, mit dem Sie den Verdacht der Scheinselbstständigkeit umgehen

Wird eine Scheinselbständigkeit festgestellt, kann dies teure Konsequenzen haben. Mit unseren 5 Tipps können Sie den Anschein der Scheinselbständigkeit umgehen.

 

  • Treten Sie als Selbständiger auf! Das mag banal klingen, doch je mehr Sie als Selbständiger auftreten, desto mehr werden Sie auch als Selbstständiger wahrgenommen. Pflegen Sie Ihren eigenen Webauftritt, schalten Sie Werbung, nutzen Sie Ihr eigenes Briefpapier und eigene Visitenkarten.
  • Arbeiten Sie für mehr als einen Auftraggeber! Wer nur für einen Auftraggeber tätig ist, gerät leicht in den Verdacht der Scheinselbstständigkeit. Akquirieren Sie Aufträge von verschiedenen Auftraggebern. Damit vermindern Sie zugleich Ihr unternehmerisches Risiko, sollte ein Auftrag entfallen.
  • Verkaufen Sie Ihre Arbeitsleistung! Je detaillierter der Vertrag zwischen Ihnen und dem Unternehmen ausfällt, desto eher sind Ihre Leistungen mit dem eines Arbeitnehmers vergleichbar. Machen Sie sich frei davon: Sie bieten eine Leistung an – wie Sie diese Leistung erbringen, liegt in Ihrer unternehmerischen Selbstbestimmung.
  • Seien Sie dennoch konkret in den Vertragsformulierungen: Bei zu ungenauer Auftragsbeschreibung wird vermutet, dass der Auftraggeber ein direktes Weisungsrecht hat – konkretisieren Sie das Auftragsziel, welches Sie erreichen wollen.
  • Binden Sie sich nicht zu eng an und in ein Unternehmen! Ihr Auftraggeber stellt Ihnen Räume und Arbeitsmaterialien zur Verfügung und lädt Sie auch zu Firmenevents ein? So angenehm das auch sein mag: Je eingebundener Sie in ein Unternehmen erscheinen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie als abhängig Beschäftigter eingestuft werden.

 

Behalten Sie jedoch im Hinterkopf, dass die Feststellung einer Scheinselbstständigkeit immer eine Einzelfallentscheidung ist. Lassen Sie sich daher von kompetenten Ansprechpartnern beraten, um eine möglichst hohe Rechtssicherheit herzustellen.